T&Emagazin: Autobauer oder Software-Unternehmen?

07.01.2020

Wir schreiben das Jahr 1885: Carl Benz treibt erstmals eine Kutsche mit einem Verbrennungsmotor an. Seine Patentschrift DRP 37435 gilt als Geburtsurkunde des Automobils. In den folgenden Jahrzehnten wird seine Erfindung perfektioniert. Es entsteht eine Industrie, die die deutsche Wirtschaft und Kultur maßgeblich prägt. Ingenieure entwickeln Motoren mit ungeahnter Perfektion und Leistungsfähigkeit und ihr Berufsstand erreicht höchste Anerkennung. In keinem anderen Land identifizieren sich die Menschen so stark mit ihrem Auto und dem Verbrennungsmotor.
Zeitsprung ins Jahr 2019: Mein Tesla Model S bekommt über Nacht ein Software-Update. Auf dem Bildschirm kann ich jetzt mehr oder weniger geistreiche Spiele spielen. Nebenbei verbessert sich die Leistung von Antrieb, Fahrwerk und Batterie. Leider haben sich auch Fehler eingeschlichen: Der Tempomat macht Phantombremsungen und mein Streamingdienst heißt jetzt „Spötify“. Was ist bloß aus der deutschen Autobaukunst geworden?

Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren einige Branchen überrannt. Geschäftsmodelle etablierter Konzerne geraten ins Wanken, weil kleine Startups mit innovativen Ideen aus dem Nichts auftauchen. Die Aufmerksamkeit liegt plötzlich auf elektronischen Gadgets und leistungsfähigen Apps - kleine Computerprogramme, die man individuell zusammenstellen und von überall nutzen kann. Alle reden über die Software und das Interesse an der darunter liegenden Hardware scheint zu schwinden.
Und jetzt greifen sie an, wo es uns Deutschen am Meisten wehtut: Unser Auto! Es geht nicht mehr um Hubraum, sondern um die Kompatibilität zum Smartphone und die Multimedia-Funktionen. Es fühlt sich an wie eine Ohrfeige ins Ingenieursgesicht und die Bevölkerung entwickelt eine kollektive Abneigung gegen die Begleiterscheinungen der Elektromobilität. Und an der Speerspitze scheint sich ein Hersteller besonders hervorzutun: Tesla - Autos, die mit grauenhaften Spaltmaßen und absurden Leistungsdaten auf alle bisherigen Wertesysteme pfeifen und tief ins Deutsche Autofahrerherz stechen.
Aber was ist denn eigentlich so anders im Vergleich zu unseren liebgewonnenen Automarken?


Das T&Emagazin

Der vollständige Artikel ist erschienen im T&Emagazin Nr. 5 im Januar 2020.

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