Haustür Kamera mit versteckter USB Stromversorgung

01.05.2017

Nachdem die Haustüre bereits von außen mit einer Kamera überwacht wird, soll nun auch von innen eine Kamera angebracht werden, die eintretende Personen bei Bedarf erfassen kann. Aber wie kann man die Stromversorgung für eine Kamera sicherstellen, wenn keine passende Steckdose in der Nähe ist oder man kein auffälliges Steckernetzteil im Flur montieren möchte?

Die Ausgangslage

Zum Einsatz kommen soll eine Kamera vom Typ D-Link DCS-936L HD. Dieses Gerät ist einerseits klein und gut schwenk- und einstellbar. Andererseits kann es von einem USB Kabel aus mit Strom versorgt werden, was sich in dieser Situation später noch als nützlich erweist. Da sich in der Nähe des Montageortes keine Steckdose befindet für ein Netzteil, muss eine andere Lösung entwickelt werden. Vorhanden ist zunächst ein bereits montierter 6fach Multischalter von Homematic IP.

Was man nicht sieht: Hinter diesem Schalter ist eine Unterputzdose, in der ein Homematic Unterputzaktor verbaut ist. Also ist dahinter auch eine 220 Volt Leitung verfügbar!

Das versteckte USB Netzteil

Ziel ist es, in der Nähe dieser Unterputzdose ein USB Steckernetzteil zu verstecken und eine USB-Leitung von dort zur Kamera zu ziehen.

Achtung: Die hier dargestellten Arbeiten betreffen teilweise die 220 Volt Spannungsversorgung und sollten deshalb nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden! Arbeiten an der Elektroinstallation sind gefährlich!

Der Trick besteht darin, ein normales USB Netzteil so umzubauen, dass es ganz flach in einem zusätzlichen Rahmen des Wandtasters verschwindet. Dazu wird der vorhandene einfache Rahmen (Gira 55 Standard) ersetzt durch einen 2fach Rahmen. Als Abdeckung der zweiten Fläche dient eine einfache Schalterwippe. Dazu kommt ein flaches USB Netzteil.

Das USB Netzteil wird z.B. mit einem Dremel vorsichtig geöffnet und die 220 Volt seitigen Pole werden von der Platine des Schaltnetzteils entfernt.

Nun werden passende Drähte an die 220 Volt Anschlüsse des Netzteils gelötet die dann später in der Unterputzdose entsprechend verschaltet werden. Das Netzteil kommt wieder in sein Gehäuse, welches zusammen mit der Schalterwippe in den Doppelrahmen verklebt wird.

Die Montage an der Wand

Nachdem ein passendes USB-Kabel konfektioniert wurde, kann der Doppelrahmen mit dem Netzteil wieder an die Wand montiert werden. Dabei besteht der Trick darin, dass der gesamte Rahmen von der Befestigung des oberen Mehrfachtasters gehalten wird und so wirkt, als wären es zwei Dosen.

Für die USB-Leitung zur Kamera wird ein kleiner Kabelkanal von der Dose zum Türrahmen gezogen und von dort zum Gerät. In dem Kanal kann das USB Kabel verlegt werden. Der Kanal ist optisch natürlich nicht optimal aber eine gute saubere Lösung für eine Mietwohnung, an der man nicht unbedingt den Putz von der Wand hauen möchte. Der Kanal wurde übrigens mit kleinen Klebepunkten einer Heißklebepistole befestigt, die sich bei Bedarf wieder entfernen lassen.

Die Kamera selbst wird mit zwei kleinen Schrauben und passenden Dübeln befestigt und passend ausgerichtet, so dass der Zielbereich gut einsehbar ist.

Tipps zum Schluß

Bei der Auswahl des Kabels für die USB-Versorgung ist darauf zu achten, dass der Querschnitt nicht zu gering ist. Beim ersten Versuch wurde ein zu dünner Kupferdraht verwendet, wie er im Elektronik-Bereich üblich ist. Dabei hat sich die Kamera nach wenigen Minuten Betrieb abgeschaltet. Erst bei Verwendung eines höheren Querschnitts (z.B. 0,75 mm^2) hat dies zuverlässig funktioniert.
Es ist weiterhin darauf zu achten, dass das USB Netzteil genügend Leistung liefert. In diesem Fall wurde ein Netzteil verwendet, welches 1.2 Ampere Strom abgeben kann. Das ist mehr als die üblichen 500mA vom USB Standard. Die Kamera hat laut Hersteller eine Spitzenstromaufnahme von 1,2 Ampere.

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