Wechselschaltung mit Homematic Aktoren

10.08.2013

Man zieht in eine neue Wohnung und freut sich dass alles Bezugsfertig ist: Die Wände sind gestrichen, die Elektrik auf dem aktuellen Stand und man muss eigentlich nur noch die Möbel aufbauen und einziehen. Aber wie kann man die vorhandene Elektro-Installation erweitern so dass z.B. das Licht auch ferngesteuert geschaltet werden kann, ohne ein Bussystem zu installieren und die Wände aufzureißen? In diesem Bericht geht es um dem Umbau vorhandener Wechsel- und Kreuzschaltungen mit smarten Aktoren von Homematic. Dabei werden verschiedene Optionen gezeigt, die ich im hundhome ausprobiert habe.

Bildquelle: gira.de

Ausgangssituation: Die Wechselschaltung

Vorneweg: bei der Anwendung dieser Tipps kommt man nicht umher an der Elektroinstallation zu schrauben. Auch wenn die beschriebenen Änderungen keinen großen Aufwand darstellen, so muss ich dennoch darauf hinweisen, dass Arbeiten an der 240-Volt Stromversorgung nur von geschulten Fachleuten durchgeführt werden sollten! Also Finger weg, wenn man sich nicht auskennt!

Das folgende Bild zeigt eine klassische Wechsel- bzw. Kreuzschaltung als Ausgangslage.

Diese Schaltung kennzeichnet sich durch folgende Merkmale: Die Wechsel- und Kreuzschalter sind durch zwei sogenannte Korrespondenzdrähte (in der Abbildung grün) miteinander verbunden. Diese Korrespondenzdrähte werden von den Wechselschaltern und Kreuzschaltern abwechselnd mit der Phase verbunden. Dadurch entsteht der Effekt, dass man durch Betätigen eines jeden Schalters in beliebiger Richtung das Licht abwechselnd ein- und ausschaltet.
Bei der Automatisierung einer solchen Schaltung ist zu bedenken, dass man nicht pro Schalter einen fernsteuerbaren Aktor benötigt, sondern einen pro Lampe. Wenn man jeden Schalter einzeln durch z.B. einen Unterputzaktor ersetzen würde, dann würden die sich gegenseitig ein- und ausschalten aber nicht die Lampe. Wer dennoch die manuelle Bedienung über die Wandschalter aufrecht erhalten möchte parallel zur Automatisierung, der kann auf folgende Optionen zurückgreifen.

Option 1: Umbau zu einer Tasterschaltung.

Dabei werden die Schalter durch Taster ersetzt und ein Aktor eingebaut der die Tastsignale empfängt.
Das folgende Bild zeigt die Veränderungen:

  • Die Wechsel- und Kreuzschalter werden durch Taster ersetzt. Dabei dient der erste Korrespondenzdraht zum Durchschleifen der Phase und der zweite Korrespondenzdraht dient als Tastleitung.
  • In der letzten Dose (!) wird der Schalter ersetzt durch einen Schaltaktor mit Tasteingang. Ich habe dort jeweils einen Homematic HM-LC-SW1-FM eingesetzt. Man kann aber auch den Dimmer oder den zweikanaligen Aktor nehmen.
  • Es ist darauf zu achten, dass man in dieser Dose einen Nullleiter bereit haben muss damit der Aktor mit Strom versorgt werden kann. Das sollte in der letzte Dose aber keim Problem sein, weil dort in der Regel auch die Lampe angeschlossen ist.
  • Wenn es in der Dose aufgrund des Aktors zu eng wird, kann es sein dass kein Taster mehr in diese Dose passt. In dem Fall kann man eine Blende auf die Dose setzen und man hat dann keinen Schalter/Taster an dieser Stelle. Alternativ habe ich dort einen Aufputz Taster über der Dose montiert. Beim Homematic HM-PB-2-WM55-2 Wandtaster kann man den sogar in das Steckerdesign Gira Standard 55 integrieren so dass es am Ende nicht auffällt. Dieser Taster muss dann anschließend so programmiert werden, dass er den Aktor in der Dose schaltet.
  • Vorteil: Die manuelle Bedienung bleibt erhalten
  • Nachteil: Man muss die Taster kaufen und einsetzen.

Option 2: Umbau zu einer klassischen Ein/Aus-Schaltung

Dabei verlieren die Schalter ihre Funktion und nur einer wird durch einen Unterputzschaltaktor ersetzt.

  • Der erste Korrespondenzdraht schleift die Phase bis zur Dose mit dem Schaltaktor und versorgt diesen mit Strom. Ab dort führt der Korrespondenzdraht die geschaltete Ader bis zur Lampe.
  • Der zweite Korrespondenzdraht wird nicht benötigt.
  • An den verbliebenen leeren Dosen kann man wahlweise mit Aufputz-Wandtastern die weggefallenen Schalter ersetzen oder Blinddeckel auf die Dosen machen - je nach Bedarf.
  • Vorteil: Einfache Lösung
  • Nachteil: Man hat nur noch einen manuellen Schalter

Option 3: Umbau zu einer Sternverkabelung ohne Schalter

Hier wird die Lampe dauerhaft mit Strom versorgt und die Aktoren-Logik befindet sich in der Lampe.

  • Sämtliche Schalter werden abgeklemmt und einer der Korrespondenzdrähte schleift die Phase ungeschaltet bis zur Lampe.
  • Der Aktor muss somit in der Lampe selbst verbaut sein. Das passt z.B. zu Lampen wie Philips Hue, Osram Lightify, LifX und ähnliche.
  • Je nach Wunsch und Bedarf kann man natürlich Aufputztaster verbauen an beliebigen Stellen über den jetzt leeren Dosen oder auch sonstwo.
  • Das ist wohl die moderne Form der Verkabelung. Meine Einschätzung ist das so in (ferner) Zukunft Lampen verkabelt werden.
  • Vorteil: Man benötigt keine Schalter mehr.
  • Nachteil: Mann kann das Licht nur noch über den Aktor schalten.

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