Smarte Armlehne am Sofa mit Ladestation

10.12.2016

Begriffe wie Smart Home oder Internet der Dinge lassen vermuten, dass der Anwender sich wie ein Besucher in einem Forschungslabor fühlt. Das vernetzte Zuhause kann aber immer noch eine normale Wohnung sein mit einer individuellen Einrichtung und einer auf die Persönlichkeit des Bewohners abgestimmten Funktionalität. In diesem Beitrag beschreibe ich den Bau einer smarten Armlehne, die sich passend an seine Umgebung schmiegt. Die integrierte Ladefunktion für Smart Phones erlaubt die Nutzung der persönlichen Gadgets über die Laufzeit des Akkus hinaus und kann zukünftig mit weiteren Automatisierungsfunktionen erweitert werden.

Der Zweck

Inzwischen sind unsere Kinder im Teenager-Alter und mitten im Digital Native Leben angekommen. Keine TV-Nutzung mehr ohne gleichzeitig auf dem Smart Phone den aktuellen Chat im Blick zu haben oder das Material zur Sendung zu recherchieren. Ich hatte beobachtet, dass immer eine Steckerleiste mit USB-Lade-Adapter in der Sofaritze lag, damit die Nutzung nicht durch die Laufzeit des Akkus beschränkt wurde.

Da musste eine Lösung her. Ich kannte solche Sofa-Beistelltische die aber nicht gut zu unserem Sofa passen und außerdem nicht smart sind. Deshalb habe ich mich für einen Eigenbau entschieden.

Das Material

Basis ist das Rohrgestell eines handelsüblichen Beistelltisches, das natürlich zur Größe des Sofas passen sollte. Ansonsten habe ich das Billigste genommen was ich kriegen konnte weil mir klar war dass ich außer dem Rahmen nichts weiter verwenden würde. Als Basismaterial für die Holzteile habe ich im Baumarkt verleimte Platten gekauft aus Bambusholz. Die 18 mm dicken Platten hatten eine schöne Maserung und eine gute Verarbeitung.

Das Sofa hat eine verstellbare Armlehne, die aber niemals wirklich verstellt wird. Insofern ist der Plan, den Beistelltisch möglichst eng an den Umriss des Sofas zu formen. Auf dem folgenden Bild ist zu sehen, dass ich alle Original-Teile des ursprünglichen Tisches weggelassen habe außer die Bodenplatte und das Rohrgestell. Durch das Rohr habe ich bereits das Kabel durchgezogen für die spätere Stromversorgung der Ladeeinheit.

Als Ladeeinheit habe ich mich für das Produkt von Ikea mit dem Namen JYSSEN entschieden. dieses Einbau-Ladesystem unterstütz das kontaktlose Aufladen mit der QI-Technik die von vielen Smart Phone herstellen unterstützt wird. Außerdem kann man nach dem Herausziehen des Sockels einen USB-Port freilegen der den Anschluss eines USB-Kabels erlaubt. Dadurch bekommt man eine zweite Lademöglichkeit.

Quelle: www.ikea.de

Die Herstellung des Tisches

Die Holzteile des späreren Tisches wurden mit einer Kreissäge passend zugeschnitten und grob verschliffen. Die große Rückwand wird ergänzt zwei schmale Bretter, die später zu einer 15 Grad gewinkelten Ablagefläche zusammen geleimt werden. Dazu werden die beiden Bretter an der entsprechenden Seite leicht angeschrägt abgeschnitten. Durch diese Form passt sich das Ablagebrett gut der Form der Sofa Armlehne an. Um diese Form optimal auf die Holzteile zu übertragen, habe ich das seitliche Profil des Sofas mit einer kräftigen Pappe nachgeformt bzw. herausgeschnitten und diese dann als Vorlage verwendet. Die dünne Leiste dient als Anschlagkante am vorderen Ende der Ablage damit später die abgelegten Teile nicht ganz herunter rutschen.

Die ersten Teile werden verleimt und mit Schraubzwingen fixiert bis der Leim trocken ist. Da ich keine sichtbaren Schrauben verbauen wollte, habe ich alle teile nur mit Leim verbunden. Damit der Holzleim ordentlich hält, empfehle ich eine ausreichende Trocknungszeit über Nacht.

Man sieht bereits dass in der Ablageplatte ein passendes Loch für die Ladeeinheit eingearbeitet wurde mithilfe eines Kreisschneiders für Holz. Dabei ist darauf zu achten, dass das Loch genau passt. Wenn man keinen exakt passenden Kreisschneider für das Ikea Teil hat, dann muss man mit einsprechenden Rundschleifern das Loch nacharbeiten. Dabei sollte man beachten dass das Loch immer präzise rund bleibt und nicht leicht oval wird, weil sonst das Plastik-Teil von Ikea leicht verkantet und dann nicht mehr gut anhebbar ist.
Zusätzlich werden noch die Seitenteile mit Pappe vorgearbeitet und die Form auf das Holz übertragen und mit einer Stichsäge ausgesägt. Alles zusammen verleimt, zeigt das nächste Bild die zukünftige Verwendung.

Zum Schluss wird die gesamte Konstruktion ordentlich verschliffen. Schließlich soll es am Ende nicht aussehen wie ein zusammengeleimter Haufen von Brettern, sondern wie ein Stück aus einem Block mit runden Kanten und glatten Übergängen. Danach wurde der Körper mit transparent/weißer Lasur überzogen.
Das Rohrgestell wurde schließlich schwarz lackiert, damit es später nicht sichtbar ist durch die Ritzen.

Fertig montiert sieht das Teil recht merkwürdig aus. Aber am Ort der Bestimmung kommt es recht gut und praktisch.

Im ersten Schritt ist das Teil natürlich noch nicht wirklich smart sondern höchstens vernetzt. Für den Zweck der Ladestation ist es aber vorzüglich geeignet wie meine Familie mir bestätigt.
Demnächst werde ich hier möglicherweise noch beschreiben, wie man mit geeigneten Sensoren die Armlehne zur Steuerung im smarten Zuhause verwenden kann. Aber das wird dann ein anderer Blog-Beitrag! Ich hoffe ich konnte den einen oder anderen inspirieren und wünsche viel Spaß beim Nachbauen und Erfinden!

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